Schlittenhundesport
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Schlittenhunde (Alaskan Malamute, Siberian Husky, Samojede, Grönlandhund) wurden gezüchtet, um unter extremsten Umweltbedingungen Höchstleistungen bei der Jagd oder beim Ziehen von großen Lasten über weite Distanzen zu vollbringen. Dementsprechend stark ausgeprägt ist ihr Bewegungsdrang, dem man selbst mit ausgedehnten, täglichen Spaziergängen nicht genüge tun kann. Zumal die Schlittenhunde auch einen sehr ausgeprägten Jagdtrieb besitzen und aus diesem Grund dabei zu ihrem eigenen Schutz immer angeleint bleiben sollten.
Der Schlittenhundesport ist sicher die beste Möglichkeit diesen Hunden artgerechte Bewegung und Beschäftigung zu verschaffen.

 

Bei den Schlittenhunderennen unterscheidet man nach der Entfernung in Sprint, Middle Distance und Longtrail.

Weiterhin gibt es noch mehrere Rennklassen, wobei nach

  • Anzahl der Hunde: Ein Gespann kann aus 1, 2 oder 3 Hunden in der Skandinavierklasse bis zu maximal 13 oder 14 Hunden in der Königsklasse bestehen.
  • Rasse der Hunde: Meist starten die leichteren Siberian Huskys in einer Klasse und die drei etwas schwereren Rassen Alaskan Malamuten, Samojeden und Grönlandhunde in einer anderen Klasse.
  • Alter der Hunde: Hier gibt die Klasse Happy Dog für die Senioren unter den Schlittenhunden.
  • zuweilen auch nach dem Geschlecht des Musher (Schlittenhundeführer)
  • Gefährt: keines (Der Musher joggt oder läuft auf Langlaufskiern hinter dem Hund bzw. Gespann), Velo (Fahrrad), Wagen, Dreirad, Schlitten oder Pulka (mit Gewichten beschwerte Kunststoffwanne)

unterschieden wird.

Bitte beachten Sie als interessierter Besucher eines Schlittenhunderennens die Hinweise am Ende der Seite.

 


Sprint

Sprintrennen gehen über eine Distanz von 5 bis 20 Kilometern. Alle Wagenrennen (Hier wird, wenn kein Schnee liegt, der Schlitten durch einen Wagen ersetzt.) und auch die meisten Schneerennen in Deutschland werden über diese Entfernung ausgetragen. Meist werden zwei Läufe gestartet. Am Sonnabend wird beim ersten Lauf die Startreihenfolge für den zweiten Lauf am Sonntag ermittelt. Hier startet das schnellste Gespann vom Sonnabend zuerst, gefolgt von den nächstplatzierten Teams im Zweiminutenabstand.

 

Middle Distance

Bei den Rennen über die Middle Distance beträgt die zurückzulegende Entfernung zwischen 30 und 40 Kilometern. Sie werden ausschließlich im Schnee durchgeführt. Auch hier wird wie bei den Sprintrennen in zwei Läufen gestartet. Weiterhin sieht das Reglement vor, dass der Musher neben der Grundausstattung eine Notfallausrüstung, welche unter anderem aus Ersatzleinen, Erste-Hilfe-Ausstattung für Mensch und Hund , Wasser und Snacks für die Hunde sowie Kälteschutz besteht, mitführen muss. Das Mindestgewicht von Schlitten und Ausrüstung pro Hund im Gespann beträgt 5 kg.

 

Longtrail

Die Longtrail-Rennen gehen über Renndistanzen von über 50 Kilometern und werden eher selten bestritten. Es versteht sich von selbst, dass solche Wettkämpfe ein besonderes Training erfordern, es aber in unseren dicht besiedelten Breiten äußerst kompliziert ist, eine geeignete Trainingsstrecke für ein Schlittenhundegespann über solche Entfernungen zu finden. Diese Rennen können bis zu einer Woche und mehr dauern, was dem Musher und seinen Hunden einiges an Ausdauer und Härte abverlangt. Die Notfallausrüstung wird hier um Ersatzkleidung, Kocher, Zelt, Schlafsack usw. erweitert, denn eine Übernachtung im Zelt ist keine Seltenheit. Bei diesen Rennen wird in Abhängigkeit von den jeweiligen Klassen auf den Schlitten noch zusätzliches Gewicht von 6 bis zu 15 kg pro Hund im Gespann mitgeführt.
Kann ein Musher nicht alle seine Hunde selbst versorgen, wird er dabei von einem sogenannten Dog Handler unterstützt.

 


Ein Hinweis für Besucher von Schlittenhunderennen:

Bitte lassen sie bei einem Besuch eines solchen Rennens Ihren eigenen Hund zu Hause. Zu leicht kann Ihr Hund die im Wettkampf befindlichen Hunde ablenken und so den Rennverlauf stören. Auch sollte man beachten, dass die Hunde eines Gespannes in einer festen Rudelordnung leben. Ein fremder Hund wird da leicht als Eindringling und Störenfried betrachtet und dann nicht gerade sanft zur Ordnung gerufen. Diese unter Umständen schmerzliche Erfahrung wollen sie Ihrem Hund sicher ersparen.

 

 

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